Wir sind füreinander da!

Diese vier Worte grüßen uns an den Ortseingängen von Wickrathberg. Das Plakat, welches vorher in diesem Schaukasten hing, war die Einladung zu unserem 23. Trödelmarkt am 15. März. Und tatsächlich wurde noch dienstags Trödel im Gemeindehaus angenommen – dann aber ging alles ganz schnell. Die Corona-Pandemie überrollte uns. Es mussten Entscheidungen zum Wohle und
Schutz Aller getroffen werden. So kam es zu einer Welle von Absagen: kein Trödelmarkt, keine Gold- oder Gnadenhochzeit, in den nächsten Wochen keine Gottesdienste, keine Taufen, keine Hochzeiten, im Mai keine Konfirmationen….
– das tat weh.
Wir mussten lernen, dass Abstand voneinander das Gebot der Stunde ist. Und wir haben dies miteinander und füreinander schnell verinnerlicht. Uns als Team wurde klar, dass wir auch mit Abstand Wege finden können, um als Gemeinde füreinander da zu sein. Das abendliche Glockenläuten hat uns im Gebet verbunden, die Hoffnungsworte auf dem Friedhof schenkten Zuversicht und das
Angebot der Nachbarschaftshilfe gab und gibt die Möglichkeit, Menschen ihre alltäglichen Besorgungen abzunehmen.
Ich möchte Ihnen allen an dieser Stelle danke sagen, für die zahlreichen positiven Rückmeldungen, für Ihren Einsatz und für ihre gegenseitige Rücksichtnahme.

Denn: N i c h t  a l l e s  i s t  a b g e s a g t
Sonne ist nicht abgesagt.
Frühling ist nicht abgesagt.
Beziehungen sind nicht abgesagt.
Liebe ist nicht abgesagt.
Lesen ist nicht abgesagt.
Musik ist nicht abgesagt.
Fantasie ist nicht abgesagt.
Freundlichkeit ist nicht abgesagt.
Zuwendung ist nicht abgesagt.
Gespräche sind nicht abgesagt.
Hoffnung ist nicht abgesagt.
Beten ist nicht abgesagt.

Miteinander und füreinander sind wir eingeladen im Gebet verbunden zu sein. Wir dürfen Gott alles sagen: Unsere Sorgen, unseren Schmerz und unsere Ängste. Wir dürfen ihm aber auch danken für Schutz und Begleitung, für die vielen schönen Dinge, die wir im Leben erfahren und wir dürfen auch dafür danken, für all die Menschen, die uns auf unserem Lebensweg begleiten und für uns da sind – gerade jetzt in solch besonderen Zeiten!

Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet! Röm 12,12

Nach und nach soll es in den nächsten Wochen und Monaten wieder ein Gemeinschaftsleben geben. In welchen Schritten, das wird sich noch zeigen und ist nicht vorauszusehen. Ich weiß, dass viele darauf warten, wieder zusammenzukommen und sich zu treffen: Unsere Gruppen und Kreise, Kinder- und Jugendarbeit, die Begegnung im Gemeindeladen, unsere Chöre….

Ein Anfang ist gemacht: Wir können wieder Gottesdienst miteinander feiern. Das ist ein Geschenk, für das ich von Herzen dankbar bin.

Ich freue mich, Sie alle wiederzusehen –  auch wenn es anders ist als gewohnt.

Ihre Pfarrerin Esther Gommel-Packbier