Frühlingsgefühle
Liebe Gemeinde!
Wenn man Kinder im Haus hat, weiß man vielleicht um das Phänomen, dass der Haushalt zwar mit Spielzeug, Klamotten und Allerlei schnell anwachsen kann. Er kann sich aber auch ebenso verkleinern – vor allem bei zerbrechlichen Dingen wie Geschirr, das herunterfallen oder beim Spielen kaputt gehen kann. Die zerbrochene Bahnschiene, die Schale aus Porzellan, die Tapete, die vom Malstift als Zeichenpapier benutzt wurde, die Schrammen auf dem Fußboden und das fehlende Rad am Spielzeugauto. Dinge gehen kaputt, zerbrechen oder haben Löcher. Wenn das so ist, wird gern repariert oder auch etwas neu angeschafft und gekauft, weil das Alte nicht mehr zu reparieren war. Über „Neues“ lesen wir in der Jahreslosung für dieses Jahr: „Siehe, ich mache alles neu.“ Dieser kurze und knappe Satz steht im letzten Buch der Bibel – der Offenbarung. Es entsteht ein Bogen vom ersten Buch der Bibel bis zum letzten, und in beiden geht es um Neues. Gott nimmt das Leben in die Hand und schafft es neu. Und dazwischen – unter diesem Bogen? Da gehen Sachen manchmal kaputt, Wege gehen in die Irre, Verletzungen passieren und Nachrichten lassen einen irritiert oder nachdenklich zurück – ob privat oder in der Weltpolitik. Aber das ist noch nicht die ganze Wahrheit, denn am Anfang und am Ende steht Gott, der schafft, kreiert, komponiert und mit uns verwoben ist, der neugierig macht und uns nicht verlässt. Ein wenig abstrakt und trocken? Dazu hilft die Überschrift des Impulses: Frühlingsgefühle!
Nichts zeigt einen neuen Anfang, aufbrechendes Leben und aufkeimende Hoffnung so gut wie der Frühling. Der Wald wird hellgrün, die ersten Knospen arbeiten sich aus den Zweigen heraus, um sich in ihrer Farbigkeit zu präsentieren. Was eben noch kahl war, ist nun im Aufbruch, neu zu werden. Der Frühling wird zum Bild für die Jahreslosung. Und wir? Wir schauen hin: „Siehe“. Gott tut Dinge, mit denen keine und keiner gerechnet hat. Die Auferstehung, die wir im April feiern, ist genauso neu. Die Aufgabe der ersten Zeugen war es, zu schauen und zu erzählen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wir sehen und erzählen. Aber zuerst kommt das Schauen. So gehen wir in der Spur Gottes mit. Das Entscheidende, das Neue, die Auferstehung, die keimende Hoffnung, die Knospen des Aufbruchs hat Gott gemacht – wir haben Anteil. Schauen Sie hin auf das Neue, das kommt, wächst und zum Staunen einlädt.

Esther Gommel-Packbier