Die Hammer-Orgel im Gemeindezentrum Wickrath
 

Für das im Jahr 1994 neu erbaute Gemeindezentrum mit mehreren variablen Raum-Teilungen und Erweiterungsmöglichkeiten stellte sich in besonderer Weise die Frage nach Standort und Disposition der zukünftigen Orgel.
Wir wählten eine asymmetrische Position vor der Kanzelwand, trotz Einengung durch Abendmahlstisch und Kanzelpult. Sie bot sich aber hinsichtlich räumlicher Vergrößerungen und guter Klangentfaltungsmöglichkeiten als beste Lösung an.
Entsprechend vielgestaltig entwarfen wir den Orgelprospekt. Die auf 15 Register beschränkte Disposition ermöglicht eine gute Entfaltung des Klanges. Der notgedrungen kleine Grundriss von 2,95 m Breite und 1,25 m Tiefe konnte durch eine Raumhöhe von 4,94 m ausgeglichen werden.
Die gewählte Konstruktion der Orgelanlage mit einer Hauptwerk/Pedalwerk-Doppellade und einem darüber positionierten Oberwerk verlangte dem Planer eine äußerst ökonomische und präzise Pfeifenstellung ab.
In der Bauausführung wurde größter Wert auf eine nahe Pfeifenstellung zum Tonventil gelegt, um damit Kondukten und Windverführungen zu vermeiden.
Lediglich zu den hochgebänkten Pfeifen führen geordnete Windrohre.

 

 

Die Spielmechaniken führen vom asymmetrisch seitlich versetzten Spieltisch zu einem beidseitig geordnetem Regierwerk (die Registerknöpfe aus Korallenpaduk gedrechselt) und zu den Wellenbrettern (ganz aus Holz gearbeitet).
Doppelventile in der Basslage und separate Tonventile nur für den Subbaß 16´ gewährleisten eine angenehme präzise Spielart.
Holz- und Metallpfeifen befinden sich in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander und unterstützen die unterschiedlichen Klangcharaktere der Register:
Kastanienholz und Fichte zum Bau der 30 Subbaß 16´-Pfeifen, Kirschholz und feinjährige Fichte für alle 56 Pfeifen der Holzflöte 4´, Kiefernholz für den Bass der Rohrflöte 8´, die übrigen Register aus unterschiedlichen Zinn-Blei-Legierungen. Die Pfeifen des Prinzipal 8´ im Prospekt bestehen aus 80% gegossenem Zinn.
Das Orgelgehäuse wurde in Front- und Seitenflächen aus massiver Eiche gefertigt, die Rückseite und die Deckenflächen aus massiver Fichte. Die Schleierbretter in den Öffnungen über den Prospektpfeifen bestehen aus klangdurchlässigen Eichenholz-Segmenten, die im art deco-Stil zu einem geometrischem Muster zusammengeführt wurden.
Christian Eickhoff
Im August 2002

 
Die Disposition der Orgel

Hauptwerk C-g³

Oberwerk C-g³

   

1. Prinzipal 8´

7. Rohrflöte 8´

2. Gedackt 8´

8. Violflöte 8´ z.T. Prospekt

3. Oktave 4´

9. Blockflöte 4´

4. Holzflöte 4´

10. Sesquialtera 2fach / vakant

5. Gemshorn 2´

11. Schwiegel 2´ / vakant

6. Mixtur 3fach, 1 1/3´

12. Oboe 8´ / vakant

 

Pedalwerk C-f´
13. Subbaß 16´ z.T. Prospekt
14. Oktavbaß 9; 8´ Transmissionen aus HW
15. Oktavbaß 9; 4´ Transmissionen aus HW

Spielhilfen
3 Koppeln: I/II, I/P, II/P
Oberwerk – Tremulant
Mechanische Spiel- und Register-Traktur

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